{"id":10932,"date":"2026-03-16T12:44:04","date_gmt":"2026-03-16T12:44:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wienerjuristischersalon.at\/?p=10932"},"modified":"2026-07-15T12:50:46","modified_gmt":"2026-07-15T12:50:46","slug":"der-6-wiener-juristische-salon-mit-romy-klimke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.wienerjuristischersalon.at\/en\/der-6-wiener-juristische-salon-mit-romy-klimke\/","title":{"rendered":"Der 6. Wiener Juristische Salon mit Romy Klimke"},"content":{"rendered":"<p><strong>Beim 6. Wiener Juristischen Salon am 29. April 2026 sprach Romy Klimke, Professorin f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht an der BSP Business &amp; Law School Berlin, zum Thema \u201eEigentum &amp; Natur \u2013 \u00dcberlegungen zu einem ambivalenten Verh\u00e4ltnis in und jenseits des deutschen Verfassungsrechts\u201c.<\/strong><br><br>Romy Klimke erl\u00e4uterte in ihrem Vortrag, wie das gegenw\u00e4rtige Eigentumsdenken weiterhin von b\u00fcrgerlichen Rechtskonzepten gepr\u00e4gt und als ein absolutes und umfassendes Herrschaftsrecht an Objekten verstanden wird. Diesem Eigentumsverst\u00e4ndnis liege ein bestimmtes Mensch-Natur-Verh\u00e4ltnis zugrunde, das die Natur dem Menschen in gewisser Weise unterordnet.<br><br>Dieses liberale Verst\u00e4ndnis gerate mit \u00f6kologischen, ressourcenschonenden Zielen in Konflikt. Daher stellte Romy Klimke drei zum liberalen Denken alternative Eigentumsformen vor: Beim sogenannten Hersteller:inneneigentum w\u00fcrde das Eigentum an Produkten \u2013 \u00e4hnlich wie bei einem Leasingverh\u00e4ltnis \u2013 bei den Produzent:innen verbleiben, die dadurch ein wirtschaftliches Interesse an der Langlebigkeit der Produkte bekommen. Naturelemente k\u00f6nnten wiederum verst\u00e4rkt in Gemeineigentum gebracht werden. Au\u00dferdem f\u00fchrte Romy Klimke in die Idee der Eigenrechte der Natur ein.<br><br>Diese Eigentumsalternativen seien teilweise aber noch weit von einer Realisierung entfernt. Abschlie\u00dfend verwies Romy Klimke daher auf eine m\u00f6gliche, inhaltliche Erweiterung der Formulierung \u201eEigentum verpflichtet\u201c im deutschen Grundgesetz: Sachen seien von Eigent\u00fcmern so zu pflegen, dass sie auch f\u00fcr die Allgemeinheit und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen erhalten bleiben.<br><br>Nach dem Vortrag stellte Paul Hahnenkamp, Post-Doc am Institut f\u00fcr Staats- und Verwaltungsrecht der Universit\u00e4t Wien, in einem ersten l\u00e4ngeren Kommentar Verbindungen zum \u00f6sterreichischen Eigentumsgrundrecht her.<br><br>In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde einerseits \u00fcber die Konsequenzen einer Abkehr vom liberalen Eigentumsdenken debattiert. Welche Ver\u00e4nderungen ergeben sich dadurch f\u00fcr die Rechtspraxis? Kann der Staat nicht bereits im Rahmen der jetzigen Beschr\u00e4nkungsm\u00f6glichkeiten zugunsten \u00f6kologischer Ziele ausreichend in Eigentumspositionen eingreifen? Und lassen sich direkt aus der Verfassung Pflichten zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Eigentum \u2013 auch in Hinblick auf die \u00f6sterreichische Rechtsordnung \u2013 ableiten? Andererseits wurde \u00fcber die ideengeschichtlichen Grundlagen des liberalen Eigentumsdenkens diskutiert. Besonders die eigentumsbegr\u00fcndende Arbeitstheorie von John Locke und ihre machtsichernden als auch demokratischen Elemente wurden debattiert und auch mit rechtshistorischen Quellen, wie der Weimarer Reichsverfassung, in Verbindung gesetzt. Nach einer lebhaften Debatte l\u00e4sst sich festhalten: Die Frage, wie wir rechtlich Eigentum, besonders an knappen Naturelementen, fassen, wird uns noch weiter besch\u00e4ftigen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim 6. Wiener Juristischen Salon am 29. 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